Buchgeplauder – Der SuB – Warum ich mir keine Gedanken über ihn mache

paper-295382Der SuB – ein ständig aufkommendes Thema in der Buchwelt. Es gibt unzählige Meinungen dazu, die teilweise positiv, meist allerdings eher negativ ausfallen. Lange habe ich überlegt ob ich mich überhaupt äußern soll oder nicht besser die Klappe halten sollte.
Wer schon einmal bei mir zu Hause war weiß, dass ich nur eine sehr kleine Wohnung habe. Umso erschreckender ist es für die meisten, wenn sie erfahren wie viele Bücher hier in den Regalen stehen und wie viele davon ungelesen sind. Eigentlich müsste ich mich dafür nicht rechtfertigen, denn jeder sollte so leben können, wie er es für richtig hält und sein Geld für Dinge ausgeben, die ihm wichtig sind. Bei mir sind das nun einmal Bücher.
Allerdings habe ich das Bedürfnis mich zu diesem Thema zu äußern. Schließlich ist mein Blog unteranderem dazu da, um meine Gefühle und Gedanken mit euch zu teilen. Deshalb werde ich nun aus meiner Sicht über das Thema SuB machen und meinen Standpunkt vertreten.
Dies tue ich nicht, weil ich mich dazu gedrängt fühle, sondern weil ich denke, dass die, die auf Leute mit hohen SuBs schimpfen sich einfach nicht vorstellen können, was einen Menschen dazu bewegt viele ungelesene Bücher im Regal zu haben. Betrachtet diesen Beitrag also bitte nicht als Rechtfertigung für meine Sucht. Aber nachdem ich auf dem Blog von Nicci auf einen Beitrag von Sternenbrise gestoßen bin, habe ich einfach das Bedürfnis mich auszusprechen.

„Ja, ich bin süchtig“
„Ja, ich habe viele ungelesene Bücher“
„Ja, ich bin mir bewusst, dass sich dies wahrscheinlich nie ändern wird“
„Ja, ich möchte nicht das es sich ändert“

Ich bekenne mich schuldig – ich bin süchtig – aber überaus glücklich damit. Als ich noch ganz klein war, vielleicht dreiadult-1852907 oder vier Jahre alt, so genau weiß ich das nicht, müsste ich mal meine Mutter fragen, hat mein Opa mir vorgelesen. Ein Foto dazu habe ich noch gut in Erinnerung.
Man könnte meinen, dass dies der Grundstein für meine Sucht war, aber das ist er nicht gewesen. Spätestens als ich zur Schule kam und lesen lernte, verlor sich die Liebe zum Geschriebenen Wort wieder. Ich hasste es zu lesen, weil es mir schwerfiel. Meine Lehrerin war der Horror für jeden Schüler der etwas langsamer war, weil er nicht auf sein Können vertraute und das tat ich nicht. Es fiel mir unglaublich schwer zu lesen und zu schreiben, deshalb hasste ich es auch so sehr. Wie schlimm es eigentlich um mich und meinen Lernstand stand, zeigt dieses kleine Beispiel.

„In der vierten Klasse konnte ich die Uhr noch immer nicht lesen“

Meine Eltern haben versucht mich auf den Stand der anderen zu bringen, aber ich habe mich gesperrt, hatte aufgegeben und zweifelte an mir selbst. Doch dann wechselte ich die Klasse, ging zum Halbjahreswechsel eine Klasse zurück und es änderte sich schlagartig. Mit der neuen Lehrerin fing ich endlich an Spaß am Lernen zu haben, der Spaß am Lesen und am Schreiben kam und überrollte mich wie ein D-Zug.
Damals las ich das erste Mal „Tintenherz“ von Cornelia Funke und verliebte mich in das Geschriebene Wort. Immer wieder leih ich mir Bücher in der Bücherhalle aus und verschlang sie, selbst die Comics in der Wendy oder der Bravo waren nicht mehr vor mir sicher. Ich las alles, was ich in die Finger bekam.

Jahre später, ich war mitten in der Ausbildung und konnte mir selbst Bücher kaufen, ging der Großteil meiner Ausbildungsvergütung in meine Bücher auf.
Dann lernte ich allerdings meinen damaligen Freund kennen und kaufte kaum noch Bücher, weil ich mich für jedes einzelne rechtfertigen musste. Er konnte damit nichts anfangen und gönnte anderen anscheinend keine Freude im Leben. Als ich dann in meine eigene Wohnung zog, fing ich wieder sporadisch an Bücher zu kaufen und trennte mich schließlich aus diversen Gründen von ihm.
In der Zeit lernte ich auch meinen jetzigen Freund, einen gelernten Buchhändler“ kennen und lieben und ich hatte auf einmal niemanden mehr an der Seite der einen dummen Spruch brachte, wenn ich nur zur Buchhandlung rüber schielte. Ich konnte kaufen, alles und so viel ich wollte, wenn es der Geldbeutel hergab und der gibt eine Menge her, wenn man bei rebuy und Co gut erhaltene Bücher günstig bekommt. Alles was mich interessierte und was ich bis dato nicht kaufen konnte, kam einige Tage später in großen Kartons zu mir nach Hause.
Kein schlechtes Gewissen mehr, weil da niemand mehr war, der sich hätte beschweren können und so wuchs mein SuB. Wurde größer und immer größer.
Mittlerweile dürften es um die 800 ungelesenen Bücher sein, dazu kommen noch diverse eBooks (mindestens 200) und natürlich die aktuellen Rezensionsexemplare, wobei letztere bei mir immer Vorrang haben.

„Aber warum müssen es so viele Bücher sein? Die wirst du doch nie im Leben alle lesen können!“

Wieso denn nicht?
Ich liebe Bücher, deshalb führe ich einen Blog auf dem es um Bücher geht und ich schreibe selber welche, weil ich das Geschriebene Wort liebe.
asian-1839798Ich umgebe mich gerne mit Büchern, denn ein Haus ohne Bücher ist leer und ohne Wärme und das ist tatsächlich so. Seitdem hier so viele Bücher sind, fühle ich mich wohler. Sehr viel wohler als vorher. Die Bücher geben mir irgendwie das Gefühl zu Hause zu sein, wenn alles andere den Bach runter geht.
Außerdem habe ich durch den großen SuB immer etwas zu lesen im Haus. Ich muss nicht fürchten Abends im Bett zu liegen und nichts zu lesen zu haben, wobei sich dies mit einem eReader auch schnell ändern ließe.
Ich mag meinen SuB und deshalb werde ich meine Sucht nicht bekämpfen, sondern sie ausleben und vielen Büchern ein schönes Zuhause gehen. SuB-Abbau klappt ohnehin nicht, denn immer wenn ich Geld in der Tasche habe welches ich locker machen kann und ich eine Mängelexemplarkiste oder eine Buchhandlung sehe, wird ein neues bei mir einziehen. Und ehrlich gesagt freue ich mich schon wahnsinnig darauf wieder ein Buch kaufen zu gehen.

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Follow Friday – Auf dem Weihnachtsmarkt ist Hochbetrieb

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Weihnachten steht vor der Tür und damit ist auch wieder Zeit für die Weihnachtsmärkte, die zum Bummeln und Schlemmen einladen. Das eine oder andere Geschenk für seine Lieben wird man sicherlich ebenfalls dort finden.
Wenn nicht, dann kann man seinen Frust immer noch in Glühwein ertränken. So würde ich das zumindest machen, wenn ich ihn mögen würde und mir auf den engen Gassen zwischen den Ständen nicht immer so mulmig wäre.

Wie  bereits angemerkt, ist es mir leider zu eng und voll auf den Weihnachtsmärkten. Das zwingt mich dazu zuhause zu bleiben, denn wenn etwas stressig ist, dann kann es nicht schön sein.
ABER, bei uns ist an diesem Wochenende auf dem Marktplatz ein ganz kleiner Weihnachtsmarkt. Der wird bestimmt nicht so voll und es sind sicherlich die gleichen Nasen wie sonst auch vertreten. Bin schon gespannt was es alles an Fahrgeschäften gibt, wie der Glühwein duftet (trinken tue ich ihn ja nicht) und was der Bratwurststand so hergibt. Wird bestimmt schön – zumindest hoffe ich das. Ebenso hoffe ich, dass das Wetter mitspielt und es nicht wieder regnet.

Bist du dabei? Besuchst du einen Weihnachtmarkt in deiner Nähe? Und was gehört für dich zu einem Besuch unbedingt dazu?

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Gastrezension Patrick S. Nonn – Wetgrave

Merket auf, merket auf, Freundinnen und Freunde des gedruckten Wortes, euer Buchhändler vor Ort hat mal wieder seinem Lieblingshobby gefrönt. Nein, nicht „Kaffeetrinken“! Ich hab ein Buch gelesen, dass ich euch – sofern ihr euch für Science-Fiction begeistern könnt, allerwärmstens empfehlen möchte:
Alf Stiegler, „Wetgrave“ (dem ich herzlich für das zur Verfügung gestellte Rezensions-Exemplar danken möchte.)

Worum geht es:

51jitksajol-_sx311_bo1204203200_„Das 24. Jahrhundert: Die Menschheit nutzt Dimensionssprünge, um die Entfernung zwischen den Sternen zu überwinden. Doch hinter der Sprungtechnologie lauert ein furchtbares Geheimnis. Wie ein Schatten liegt es auf den Luxusunterkünften, die zu tausenden die Erde umkreisen. Nur Pressure, ein weltweit gejagter Technik-Schmuggler, ist der Wahrheit auf der Spur. Als ihm ein streng geheimes Datenmodul in die Hände fällt, beginnt ein Abstieg ins Grauen und ein Kampf ums Überleben der gesamten Zivilisation.
„Wenn es stimmt, was Sie sagen, ist die Colombo noch irgendwo da draußen, besudelt vom Schicksal des letzten Aufklärungsteams. Und von dem, was es von dort mitgebracht hat.“

Wer mein Profil-Foto – z. B. auf Facebook – kennt, der sieht es mir am „klingonischen“ Bart an: Ich bin nicht ganz unbeleckt was Science-Fiction angeht. Dennoch war „Wetgrave“ eine absolut gelungene Überraschung. Angefangen beim Erzählstil, der sehr flott Fahrt aufnimmt und durchstartet, wie eine Saturn-V-Rakete auf dem Weg zum Mond. Außerdem mag ich es sehr gern, wenn der erste Satz Fragen beim Leser aufwirft und ihn so „in die Geschichte zieht“.
Ich habe diese 230 actionreichen Seiten an einem Nachmittag verschlungen. Es geht rasant los und der Autor versteht es dieses Tempo bis zur letzten Zeile nicht nur zu halten, sondern auch im furiosen Finale noch zu steigern. (Freunde von Sci-Fi-Horror werden sich freuen…)
„Dimensions-Sprüge“…ja, denkt man sich, wird wohl so funktionieren wie bei „Stargate“ auch. Pustekuchen! Aber die Art und Weise wie es funktioniert wirkt auf mich wohl durchdacht, wenn nicht sogar gut recherchiert. Weltenverschwörerische Großkonzerne mit düsteren Geheimnissen… kennt man, könnte man meinen, Pustekuchen dieses Geheimnis ist düster wie ein See voll schwarzem Wasser.
Und der letzte Satz des Buches macht – ganz ohne den mittlerweile „üblichen“ Zwang zur Serie – Lust auf eine Fortsetzung.

Fazit: Alf Stiegler ist ein mit allen Wassern gewaschener Erzähler, den man – egal mit welchem Auge man in welcher Dimension auch immer guckt – in gleichselbigen Augen behalten sollte.

Ich für mein Teil sage: Danke sehr, bitte mehr!

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