Interview Antje Döhring

Hallo meine Lieben,
heute ist schon der dritte Tag meiner Veranstaltungswoche, ist das zu glauben?
Heute habe ich ein Interview mit der Autorin Antje Döhring für euch. Sie hat das Buch Weniger geschrieben, dessen Rezension ich ebenfalls für euch im Gepäck habe.

Stellst du dich einmal kurz selbst vor?

Ich heiße Antje Döhring, stamme ursprünglich aus Dresden, habe in Leipzig mein Journalistik Studium abgeschlossen und lebe seit Ende der neunziger Jahre mit meiner Familie berufsbedingt überwiegend im Ausland: Saudi-Arabien, Indien, Libyen und Vereinigte Arabische Emirate bisher. Geschrieben habe ich – schon allein aufgrund des Berufs – fast immer, allerdings habe ich in den verschiedenen Ländern auch andere Jobs gemacht; von Bibliothekarin über Importeurin und Mitarbeiterin einer Botschaft bis Sprachlehrerin.

Wie kamst du zum Schreiben?

Geschichten geschrieben habe ich, seit ich das Alphabet einigermaßen verlässlich beherrschte, also ca. Ende der ersten Klasse. Durch mein Studium und meine Tätigkeit als Journalistin stand das faktische Schreiben natürlich lange Zeit im Vordergrund; Geschichten habe ich jahrelang fast gar keine verfasst.

Als wir in Saudi-Arabien lebten, hatte ich begonnen, Material zu sammeln für ein Buch, das ganz unterschiedliche Menschen vorstellen sollte, die mir dort begegneten – also auch eine eher journalistische Arbeit. Doch dann kam meine erste Tochter zur Welt. Und ich musste einsehen, dass Babys in gewisser Konkurrenz zu eher einsiedlerischer Kopfarbeit am Schreibtisch stehen; das Buch kam also nie zustande.

Doch nach der Flucht aus Libyen 2011, wo ich mit meiner Familie damals wohnte, tat sich plötzlich von heute auf morgen ein „Loch“ in meinem Leben auf, da ja das gesamte Alltagsleben mit Arbeit, Erledigungen, Gewohnheiten, Freunden und Bekannten usw. auf einmal weg war. Da habe ich dann eine fiktive Geschichte, welche schon lange in meinem Kopf herumgeisterte, endlich einmal aufgeschrieben. Aus der Kurzgeschichte wurde schließlich ein umfangreicher Roman. Und daraus wiederum später dann auch „Weniger“.

In deinem Buch geht es um ein ernstes Problem. Warum hast du dich ausgerechnet für das Thema Magersucht entschieden?

Zu diesem Thema gekommen bin ich wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind. In meinem ersten Roman, der zuvor entstand, gibt es mehrere parallele Handlungsstränge. Als klar wurde, dass dieses Manuskript zu umfangreich wird, habe ich mich entschlossen, eine Figur und ihren Strang komplett herauszunehmen und daraus ein eigenes Buch zu machen. Die Wahl fiel sehr schnell auf Jasmin.

Magersucht als Thema hatte sich so ergeben: In dem ersten Manuskript brauchte ich verschiedene Gründe, warum mehrere Personen einer Familie kein Fleisch mehr essen wollen. Einer ist ohnehin Vegetarier, einer hört damit aus gesundheitlichen Gründen auf. Für das Mädchen – die Jasmin in „Weniger“ nun – kam ich auf eine Essstörung. Als feststand, dass diese Geschichte größeren Raum bekommen wird, habe ich mich natürlich noch viel mehr hineingekniet in Recherchen zu dem Thema, denn da es nun keine reine Nebenhandlung mehr war, wollte und musste ich ja so viel wie möglich über Magersucht wissen. Im Verlauf der Recherchen wurde mir erst so richtig bewusst, wie extrem verbreitet diese Störung mittlerweile bereits ist – leider! Und ab da war es dann auch mein großer Wunsch, mit „Weniger“ nicht nur Betroffene, sondern vor allem auch ihr Umfeld anzusprechen, denn zu wenige wissen, was alles Ursachen für diese Krankheit sein können, wie sie sie sich tarnt, welche Tücken sie hat und auch, was auf dem Wege zur Genesung nützlich sein könnte.

Du hast selbst zwei Töchter? Haben die dich für die Handlung inspiriert?

Nicht unmittelbar. Die Jasmin in „Weniger“ ist doch charakterlich ziemlich anders als die beiden. Aber ich mag tatsächlich Jugendliche und junge Erwachsene besonders gern – diese Phase, wo die Persönlichkeit schon fast „fertig“ und gereift ist, aber dennoch formbar. Wo noch die gesamte Zukunft offen und voller Verheißungen ist. Oder zumindest sein sollte. Ich wollte, dass man an Jasmin die Entwicklung vom relativ unbedarften Teenager nachvollziehen kann zu einer jungen Frau, die einige grundlegende Dinge verstanden hat – auch oder gerade, weil es ein schmerzhafter Weg ist.

Vielleicht hat es damit zu tun, dass mich Jugendliche faszinieren, dass ich jetzt schon öfters als Feedback hörte, ich könne mich gut in den „Kopf“ von jemands Tochter versetzen. Oder manche sich direkt in die Gedankenwelt ihrer eigenen Jugend zurück katapultiert fühlten. Besonders bestätigt hat mich in meinem Tun, dass auch Fachleute, welche sich mit Essstörungen auskennen, mir nach dem Lesen bescheinigten, dass es sehr realitätsnah ist.

Mir ist außerdem wichtig, dass man das Buch nicht als reines Jugendbuch sieht. Mit der Perspektive der Mutter Jasmins z.B. wird es etwas komplexer und soll auch bewusst Erwachsene ansprechen, die sich vielleicht Sorgen um einen Jugendlichen machen, bzw. Freunde, Lehrer und Bekannte möglicherweise Betroffener.

Wenn du an das Wort „Magersucht“ denkst, was kommt dir da in den Sinn?

Ein „schmales“ Leben. Schwäche, die sich als Stärke tarnt und gleichzeitig Stärke, die eigentlich eher Schwäche ist. Ich glaube, im Begriff Magersucht sind zwei Worte verborgen, die das ganze Dilemma schon ganz gut umreißen: Einmal „Sehnsucht“, und auch „Suche“. Die ziellose Suche nach etwas, das einem selbst Sinn gibt, das einen „ganz“ macht. Für manchen scheint die Antwort darauf zu sein: Hungern, manchmal bis zum Tode.

Was ich ebenfalls mit dem Wort Magersucht assoziiere: Verborgene Trauer. Hoffnungslosigkeit. Absolute Kontrolle erlangen über etwas, das eigentlich gar nicht wichtig ist. Nabelschau anstatt Weltblick. Rebellion mit den falschen Mitteln. Großartige junge Menschen, die ihre Gaben an etwas verschwenden, das es wahrscheinlich nicht wert ist. Flirt mit dem Tod.

Du sagtest, du hattest bis zum Schreiben des Buchs kaum Berührungspunkte mit dieser Krankheit. Hat sich deine Sicht auf Essstörungen verändert?

Natürlich! Da mir persönliche Erfahrungen jedweder Art anfangs fehlten, habe ich erst mit der Recherche wirklich tiefe Einblicke in dieses Krankheitsbild und auch diese oft abgeschottete Ana-“Szene“ (wenn man das so sagen darf) gewonnen – „Ana“ steht für die lateinische  Krankheitsbezeichnung Anorexie. Mir ist klar geworden, dass dies ein psychisches Problem ist, das so eigentlich nur in unserer westlichen Industriegesellschaft entstehen konnte.

Magersucht als Ausdruck eines Ohnmachtsgefühls gegenüber dieser komplexen Welt voller Überangebote, das vor allem junge Menschen befällt, die ohnehin in einer Selbstfindungsphase stecken. In einer Phase, wo dieser westliche Selbstoptimierungswahn und das Gebot „Jeder ist seines Glückes Schmied“ manchmal weniger Verheißung sind als eher wie eine Bedrohung aufgefasst werden können. Dann ist man anfälliger für Ideen, Vorstellungen, Ziele, die einem eingeflüstert werden und welche dann wie eigene aussehen mögen.  Als ich mir bewusst wurde, dass Essstörungen auch eine Art gesellschaftlicher Bankrotterklärung und Verantwortung sind, empfand ich es als meine mikroskopisch kleine, aber dennoch Pflicht, als Erfinderin von Geschichten, die ja auch (an)leiten können, meinen Beitrag zu leisten: Dass mehr Menschen sich darüber klar werden, dass Magersucht kein unausweichliches Schicksal ist.

Schreibst du bereits an einem neuen Buch oder planst du eins?

Wie gesagt, eigentlich ist Roman Nr. 1 ja eine Nr. 2. Ich habe vor, den Erwachsenenroman Ende dieses, Anfang nächsten Jahres zu veröffentlichen – je nachdem, wie ich mit der Überarbeitung vorankomme. Ideen für die Bücher drei und vier habe ich bereits notiert. Momentan ist jedenfalls erst einmal eine englische Übersetzung von „Weniger“ in Arbeit

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AUFRUF – angehende Selbstständige gesucht

Hallo meine Lieben,
um ein gut funktionierendes Netzwerk kommt man heutzutage nicht mehr herum, wenn man etwas erreichen möchte. Gerade angehende Selbstständige können von einem Netzwerk, in dem sich Gleichgesinnte tummeln nur profitieren.

Aus diesem Grund suche ich nach angehenden Selbstständigen oder Selbstständigen, die diesen Schritt erst vor kurzem getan haben. Natürlich sind auch die alten Hasen willkommen.
Wichtig ist mir vor allem, dass man bereit ist den anderen unter die Arme zu greifen, hilft Probleme zu lösen und Fragen zu beantworten, die vielleicht noch so lächerlich erscheinen mögen. Außerdem solltet ihr die Bereitschaft mitbringen auf Kooperationen einzugehen, wenn es passt und somit gemeinsam mit jemand anderem an eurem Erfolg zu arbeiten. Nicht erwünscht sind reine Einzelkämpfer, die keine Lust auf einen regen Austausch haben und nicht bereit sind den anderen zu helfen. Wenn ihr dabei sein möchtet, dann schreibt mir entweder eine Mail an kontakt@jeanparkersworld.de oder eine PN auf meiner Facebookseite. Oder stellt eine Anfrage an diese Gruppe: Gemeinsam in die Selbstständigkeit. Ich würde mich unglaublich freuen von euch zu hören.

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Jean goes free #2 – 5 Gründe, weshalb man sich nicht selbstständig machen sollte

Hallo meine Lieben,
wieder ist eine Woche ins Land gegangen, in der ich nicht an meinem Traum der Selbstständigkeit arbeiten konnte. Aber nicht ganz so schlimm, wie es sich vielleicht anhören mag, denn ich möchte es langsam angehen. Von heute auf morgen kann man ein solch komplexes Vorhaben ohnehin nicht umsetzen und das möchte ich auch gar nicht. Ich werde auf Slow Growing setzen, was das genau ist, erkläre ich euch ein anderes Mal.
Denn dieses Mal geht es um die zweite Seite der Medaille Selbstständigkeit, nämlich um ihre Nachteile. Letzte Woche habe ich in meinem ersten Beitrag 25 Gründe für eine Selbstständigkeit aufgezählt, heute folgen die 5 Gründe, weshalb man es nicht tun sollte.

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass es unendlich viele Gründe gibt, die gegen eine Selbstständigkeit sprechen. Für mich sind diese fünf aber die heftigsten, doch die positiven Aspekte überwiegen ganz klar.

5 Gründe, weshalb man sich nicht selbstständig machen sollte

Weshalb man sich nicht selbstständig machen sollte – dafür gibt es einige Gründe und all diese Gründe aufzuzählen, würde diesen Beitrag sprengen. Deshalb zähle ich nur die für mich stärksten Argumente aus, die dagegen sprechen. Das sie mich nicht von meiner Entscheidung abbringen konnten zeigt die Beitragsreihe Jean goes free.

#1. Grund: Kein geregeltes Einkommen

Wenn man sich selbstständig macht, verzichtet man vollkommen auf ein geregeltes Einkommen. Als Angestellter bekommt man pünktlich sein Gehalt und weiß immer, wie viel Geld man im nächsten Monat zur Verfügung hat. Als Selbstständige weiß man dies nicht.
Da ich es mir auf keinen Fall erlauben kann einen Monat kein Geld zu haben, werde ich mir meine Selbstständigkeit nebenberuflich aufbauen. Ich werde einem oder zwei Jobs nachgehen und ein geregeltes Einkommen haben, damit ich mir meine berufliche Existenz aufbauen kann ohne Angst haben zu müssen.

#2. Grund: Selbstüberschätzung

Solange man sich noch in der Planungsphase befindet, kann es schnell passieren, dass man sich selbst und sein Können überschätzt. Wenn das passiert, ist der Weg ins Verderben nicht mehr lang. Man sollte immer realistisch an die Sache herangehen und sich nicht zu viel zumuten, sondern lieber langsam an der Aufgabe wachsen.

#3. Grund: Fehlender Rückhalt

Gerade zu Beginn ist es wichtig, dass die Familie und Freunde hinter einem stehen. Man braucht einen Puffer, der einen auffängt und damit meine ich jetzt nicht unbedingt einen finanziellen Puffer, sondern Menschen auf die man sich verlassen kann.
Zu meiner Familie kann ich nicht gehen, denn die würde mir mein Vorhaben nur madig machen und bei meinem Freund habe ich momentan ebenfalls das Gefühl, dass er mich und mein Vorhaben nicht ernst nimmt. Für mich ist dieser Punkt also ziemlich arg im argen und macht mir das ganze Vorhaben madig.

#4. Grund: Hohe Kosten

Wenn man sich selbstständig machen möchte, dann sollte man ein gewisses Startkapital haben. Von wie viel Geld wir hier reden, hängt immer davon ab, um was für ein Projekt es sich handelt.
Ich habe einen Teil der benötigten Güter bereits zuhause, den Rest werde ich mir nach und nach zulegen und dementsprechend nach und nach mein Angebot erweitern. Slow Growing ist hier das Zauberwort. Es muss nicht von heute auf morgen laufen, sondern darf wachsen und gedeihen.

#5. Wenig Freizeit

Als Angestellte hat man schon wenig Freizeit, doch als Selbstständige hat man gleich nochmal viel weniger. Ich habe das Glück, dass ich momentan nur Montags, Mittwochs, Freitags und bald eventuell noch Samstag und Sonntag arbeite, jeweils nur am Vormittag. Dienstag und Donnerstag habe ich frei, zwei Tage die nur der Selbstständigkeit gehören. An den anderen Tagen arbeite ich dann zusätzlich nach Bedarf und erhöhe so nach und nach das Pensum, bis ich irgendwann keinen Job mehr benötige.

Weshalb man sich nicht selbstständig machen sollte, hängt immer von dem eigenen Können und dem Willen ab es zu schaffen. Für mich sind diese fünf Punkte die über die ich lange nachgedacht habe, für die es aber mittlerweile Lösungen gibt. Sie sind also nicht mehr so gewichtig, wie noch vor ein paar Wochen.

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