DKZV – Autorenfänger ohne Skrupel

Hallo meine Lieben,
leider liest man auf Facebook immer wieder die verzweifelten Hilferufe unerfahrener Autoren, die auf einen DKZV reingefallen sind und nun versuchen sich aus den Klauen dieser Pseudoverlage zu befreien.
Damit möglichst viele Autoren vor diesen Betrügern gewarnt werden, veröffentliche ich diese Mail die heute in meinem Postfach war. Sie stammt von einem DKZV, dessen Namen ich hier nicht nennen werde, der nach Autoren für eine Anthologie sucht.
Erstmal ist es nicht ungewöhnlich das ein Verlag nach Autoren sucht, aber die Mail offenbart, was bei einem DKZV anders ist. Der Pseudoverlag ist nämlich nur darauf aus möglichst viel Geld zu machen. Eure Bücher und Geschichten bleiben dabei auf der Strecke.


Die Mail:

Teilnahmebedingungen

  • Kosten: 39 Euro exkl. MwSt. je Buchseite. Frühbucher-Rabatt: nur 35 Euro exkl. MwSt. je Buchseite, gültig bei Texteinreichung bis 15.02.2016
  • Datenabgabe: Spätestens 29.02.2016 einlangend im Verlag. Sämtliche Rechte an den Texten bleiben bei Ihnen.
  • Pseudonym: Sofern Sie ein Pseudonym verwenden wollen, teilen Sie dies bitte schriftlich bei der Datenabgabe mit.
  • Textlänge: Mindestens 4 Buchseiten, maximal 30 Buchseiten. (Eine Buchseite besteht bei Fließtext aus ca. 1800 Anschlägen, bei Gedichten aus ca. 1–2 Gedichten. Sie können auch Fotos/Illustrationen zum Text einreichen. Der Abdruck erfolgt in Graustufen.)
  • Thema: Es gibt KEINE Themenbeschränkung! Der Verlag hat jedoch das Recht Texte jederzeit ohne Angabe von Gründen abzulehnen.
  • Biografische Angaben: Es sollten max. 300 Zeichen, von Ihnen selbst in der 3. Person verfasst werden, diese werden im Anhang alphabetisch nach Nachnamen sortiert.
  • Datenformat: Senden Sie bitte den Text und die Biografie digital als WORD Datei per E-Mail an: (..) oder per CD bzw. Stick an den Verlag nach Neckenmarkt.
  • Rechnung: Diese erhalten Sie nach Texteinsendung und Schätzung der Buchseiten.
  • Texterfassung: Sofern Sie den Text nicht in digitaler Form abgeben können verrechnen wir für die Texterfassung je Buchseite bzw. für die biografischen Angaben 10 Euro inkl. MwSt.
  • Belegexemplare: 3 Stück.
  • Buchankauf: Sie erhalten 30% Rabatt für den Bezug weiterer Bücher dieser Anthologie zzgl. Versandspesen.
  • Honorar: Beiträge in der Anthologie stellen eine Werbung für die Teilnehmer dar. Die Bezahlung eines Honorars ist leider nicht möglich.
  • Druckfreigabe: Nach dem Lektorat und Layout erhalten Sie von Ihrem Beitrag einen Abzug der Druckseiten zur Druckfreigabe.

Die Vier-Jahreszeiten-Anthologien sollen den Lesern einen Überblick über zeitgemäße Texte aus verschiedenen Genres und aktuellen Literaturtrends bieten.
Zentrale Faktoren für den erfolgreichen Verkauf eines Buches sind neben einem guten Manuskript Werbung und die damit verbundene Steigerung des Bekanntheitsgrades des Autors.
Die Anthologien werden auf großen Buchmessen präsentiert – der Frankfurter Buchmesse, der Buch Wien und auf der Leipziger Buchmesse. Zusätzlich werden die Anthologien Zeitschriften, Fernseh- und Radiostationen vorgestellt und zur Rezension angeboten.
Das Buch kann über Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie über Amazon und den (…) selbst erworben werden.

Wenn auch Sie diese Möglichkeit nutzen wollen, in der nächstmöglichen Ausgabe vertreten zu sein, schicken Sie uns Ihre Texte entweder digital an (..) oder per Post an unseren Verlagssitz in Neckenmarkt.

Wir freuen uns schon sehr auf Ihre Texte!


Wer diese Mail aufmerksam gelesen hat, wird bemerkt haben, dass sie für wirklich alles Geld wollen. Bei einem richtigen Verlag, wie Heyne, Carlsen, Rowohlt und Co werdet ihr nie etwas bezahlen müssen, wenn sie euer Buch oder eure Geschichte in einer Anthologie veröffentlichen.
Der DKZV holt sich Geld wo er nur kann und das macht ihn zu einem Pseudoverlag, denn Verlag kommt von in Vorlage gehen. Ein Verlag kommt erst ans Verdienen, wenn euer Buch auf dem Markt ist und die Leser es kaufen.

Ich weiß wie groß der Wunsch ist mit seinem Buch im Buchhandel vertreten zu sein, dennoch sollte man die Augen offen halten und sich nicht übers Ohr hauen lassen. Sucht lieber zwei Monate länger nach einem Verlag oder investiert euer Geld sinnvoll in euer Buch, in dem ihr euch einen Lektor und einen Designer sucht und bringt es als Selfpublisher auf den Markt. Aber bitte, bitte, bitte, fallt nicht auf diese Pseudoverlage rein.
Ihr solltet euch etwas wert sein und euer Buch solltet ihr lieben. Denn wenn ihr es liebt wollt ihr nur das Beste für euer Baby und das wird es bei einem DKZV nicht bekommen.
Die Verlagssuche ist anstrengend und Selfpublishing ist nervenaufreibend, aber es lohnt sich – Versprochen!

www.pdf24.org    Send article as PDF   

7 comments

    • Jean Parker says:

      Leider ist es so, dass es dort draußen genügend Menschen gibt, die nicht wissen das ein Verlag kein Geld von ihnen verlangt und dementsprechend auf DKZVs hereinfallen…
      Traurig, aber wahr…

  1. Marty Knopp says:

    Wie? Man „darf“ für das Ganze bezahlen und kriegt von dem, was die Bücher an Gewinn abwerfen nicht mal was ab? Wie behindert! :-O

  2. Torsten Low says:

    Es gibt noch einen Punkt, den man rot markieren sollte:
    „Thema: Es gibt KEINE Themenbeschränkung!“
    Kein seriöser Verlag haut eine Anthologie ohne Themenbeschränkung heraus. Die meisten seriösen Verlage, die Anthologien machen, wissen um die Schwierigkeiten der Vermarktung. Wenn man eine Anthologie also verkaufen will, muss man eine spezielle Zielgruppe ansprechen – und das schafft man nur durch eine vernünftige Themenbeschränkung.

Kommentar verfassen