Exposé – Was gehört rein, was besser nicht?

write-1292839Wenn du diesen Beitrag gerade voller Vorfreude vor dir auf dem Bildschirm hast, dann gehe ich davon aus, dass du dein Manuskript fertig hast und dich nun auf der Suche nach einem Verlag befindest.
Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Abschluss eines der größeren Etappenziele und viel Glück für diesen nächsten Schritt, der gut durchdacht sein sollte.
Damit es mit der Verlagssuche klappt, muss das Exposé einfach der Burner sein, es muss den Lektor vom Hocker hauen und dabei möchte dir dieser Artikel behilflich sein.

Schritt für Schritt wird dieser Beitrag das Thema aufdröseln, um dir möglichst verständlich alle nötigen Informationen zu liefern, die du für ein aussagekräftiges Exposé benötigst.

Was ist eigentlich ein Exposé?

Das Wort stammt aus dem Französischen und bedeutet Darstellung/Übersicht. Es soll also dein Manuskript darstellen und eine Übersicht über das Geschriebene geben. Mit dieser Information kann man gut arbeiten, deshalb werden wir uns im nächsten Schritt mit dem Inhalt deiner Darstellung beschäftigen.
Bedenke: Ein gutes Exposé kann ein schlechtes Manuskript nicht retten. Im Klartext bedeutet dies, dass ein gutes Exposé am ersten Tag der Arbeit an deinem Manuskript beginnt und erst nach dem Schreibprozess sichtbar wird. Gib dir immer Mühe, egal wie anstrengend und nervenaufreibend das Ganze auch sein mag. Ansonsten kannst du es gleich bleiben lassen.

Bestandteile eines Exposés

Ein Exposé ist keine Inhaltsangabe, nicht das wir uns da falsch verstehen. Die Inhaltsangabe ist zwar ein Teil der Darstellung deines Manuskriptes, aber eben nicht das Exposé.
Nachfolgend zähle ich nun stichpunktartig auf, was dein Exposé alles beinhalten sollte. Sicherlich wirst du im Netz unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema finden, deshalb ist es ratsam sich mit Schreiberkollegen auszutauschen und ggf. Verlagsautoren zu fragen, wie sie ihr Exposé verfasst haben.

Kontaktinformationen
Dieser Punkt umschließt deinen Namen, deine Adresse, Mailadresse und Telefonnummern, damit der Verlag mit dir in Verbindung treten kann, sollte es Nachfragen oder eine Zu- oder Absage geben.
Diese Informationen sollten auf deiner Leseprobe und der Darstellung zu finden sein, damit dir diese Daten zugeordnet werden können, sollten sie einmal getrennt von einander bearbeitet werden.

(Arbeits-)Titel deines Romans
Sicherlich hast du dir während des Entstehungsprozesses Gedanken über den Titel deines Romans gemacht. Schreib ihn auf, aber beiß dich nicht an ihm fest. In vielen Fällen ist es nämlich so, dass der Verlag einen vollkommen anderen Titel für dein Werk aussucht.

ggf. Pseudonym
Wenn du nicht unter deinem Klarnamen veröffentlichen möchtest, dann nenne dein Pseudonym im Exposé.

Genre
Ganz wichtig, denn durch diese Information kann ein Lektor bereits zu Beginn sagen, ob dein Manuskript von Interesse sein könnte oder ob es überhaupt nicht ins Programm passt. Letzteren Punkt solltest du allerdings abklären bevor du einem Verlag deine Unterlagen zukommen lässt.

Umfang
Wie viele Normseiten umfasst dein Manuskript oder sind geplant?

Zielgruppe
Ein wichtiger Punkt: Welche Zielgruppe spricht dein Roman an? Bei diesem Punkt solltest du dir besonders viele Gedanken machen und deine Zielgruppe so genau wie möglich benennen.

Erzählstimme (bei Belletristik) Atmosphäre des Romans

Perspektive
Aus welcher Perspektive ist dein Roman verfasst?
Ich-Erzähler?
Auktorialer Erzähler?

Abstrakt
Eine Ein-Satz-Zusammenfassung deines Romans (maximal drei Sätze)

Inhaltsangabe
Erzähl kurz und knackig worum es in deinem Roman geht. Dafür maximal eine Normseite. Ist wenig ich weiß, aber manchmal liegt in der Kürze die Würze.

Hauptfiguren und ihre Entwicklungen
Erzähl ein wenig über deine Hauptfiguren. Wie entwickeln sie sich im Laufe der Geschichte? Was treibt sie an? Wieso handeln sie so, wie sie handeln?

Was ein Exposé nicht ist

1. Es ist kein Klappentext.
Du sollst keinen Werbetext für dein Buch schreiben, sondern eine Übersicht über den Inhalt liefern.

2. Es ist keine Nacherzählung.
Du sollst nicht die Handlung deines Romans nacherzählen, sondern ihn einem Lektor schmackhaft machen.

3. Es ist keine philosophische Abhandlung.
Verwechsel das Exposé bitte nicht mit dem Essay.

4. Es ist keine Interpretation des eigenen Werkes.
Oder ist dein Werk so unverständlich?

5. Es ist keine Absichtserklärung.
Entweder bewirkt deine Geschichte etwas oder sie tut es nicht.

Merkmale eines aussagekräftigen Exposés

  1. Ein Exposé ist ein knapper, sachlicher Abriss der Handlung
  2. Ein Exposé beinhaltet das Thema und das Genre
  3. Ein Exposé gibt falls nötig eine knappe Hintergrundinformation
  4. Ein Exposé geht auf die Zielgruppe ein und beweist Marktkenntnisse des Autors
  5. Ein Exposé wird im Präsens geschrieben
  6. Ein Exposé ist nicht länger als zwei DIN A4 Seiten

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