Filmvorstellung – SILENCE von Martin Scorsese – ab 2. März im Kino

Hallo meine Lieben,
am 02. März kommt ein Film in die deutschen Kinos, dem ich ein wenig Zwiegestalten gegenüberstehe. Es geht um den Film Silence, der auf dem Buch Chinmoku (original Titel) basiert. Gespalten bin ich, weil ich ihn auf der einen Seite gerne sehen würde, aber andererseits, ist das Thema Religion nicht gerade ein Thema, mit dem ich mich ausführlich beschäftige. Nicht nur, weil ich selbst Atheistin bin, sondern auch, weil Religion etwas ist, was viel zu oft als Auslöser für Kriege herhält.
Dennoch möchte ich euch heute diesen Film vorstellen und entscheide mich vielleicht doch noch dafür ihn zu sehen. Mein Freund fand den Trailer ziemlich interessant und weiß ebenfalls noch nicht, ob er ihn sich ansehen möchte. Aber nach meiner Filmvorstellung sind wir alle etwas mehr im Bilde, was diesen Film betrifft.

Der Film

Die Buchvorlage zu diesem Film schrieb Shusaku Endo, die 1966 in Japan erschien.
In seinem Buch geht es einen historischen Kirchenskandal, der zu der damaligen Zeit hohe Wellen schlug: der Glaubensabfall des Jesuitenoberen
Pater Christóvão Ferreira, der in Japan seiner Religion abschwor, buddhistischer Gelehrter wurde und eine Einheimische zur Frau nahm.
Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass einige davon überhaupt nicht begeistert waren. Und bereits diese kurze Beschreibung des Inhaltes, verspricht dem Kinozuschauer oder dem Leser des Buches ein spannungsgeladenes „Vergnügen“, wobei dieses Wort eigentlich das falsche ist, wenn man bedenkt, dass das alles was in diesem Film und auch dem Buch erzählt wird, wirklich stattgefunden hat.

Inhalt des Buches:

Schweigen ist der wichtigste Roman des gefeierten japanischen Autors Shusaku Endo. Er verursachte nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1966 eine große Kontroverse in Japan. Shusaku Endo, ein japanischer Katholik, erzählt die Geschichte zweier portugiesischer Missionare, die im siebzehnten Jahrhundert in Japan versuchen, die dortige unterdrückte christliche Bewegung zu unterstützen.

1638 bricht Pater Sebastião Rodrigues nach Japan auf, um der Wahrheit hinter den undenkbaren Gerüchten, dass sein berühmter Lehrer Ferreira seinem Glauben abgeschworen habe, nachzugehen. Nach seiner Ankunft erlebt er die brutale und unmenschliche Verfolgung der Christen. Angesichts der Ereignisse in einer Gesellschaft, die keine Toleranz kennt und in der der Tod an der Tagesordung ist, stellt der Autor die immerwährende Frage: Wie kann Gott zu all dem schweigen? (Quelle: Septime-Verlag)

Leseprobe:

Der Kirche von Rom wurde eine Nachricht überbracht. Sie besagte, dass Pater Cristóvão Ferreira, den die portugiesischen Jesuiten nach Japan gesandt hatten, in Nagasaki der Grubenfolter unterzogen worden sei und dem Glauben abgeschworen habe. Dieser Pater war ein erfahrener und hochgeschätzter Missionar. In den dreiunddreißig Jahren, die er in Japan verbrachte, leitete er in der hohen Position des Provinzials die Priester und Gläubigen.
Die Briefe des Paters, den seltene theologische Fähigkeiten auszeichneten, waren immer voll unerschütterlichen Glaubens gewesen. Auch während der Verfolgung hatte er die Mission fortgesetzt, indem er sich im Gebiet um Kyōto und Ōsaka verborgen hielt. Dass dieser Mensch in irgendeiner Situation die Kirche verraten könnte, schien unglaublich. Daher gab es in der Kirche und auch unter den Jesuiten viele, die diese Nachricht für ein Machwerk irrgläubiger Holländer oder Japaner oder für eine Falschmeldung hielten.
Natürlich wusste Rom aus den Briefen der Missionare, dass sich die Mission in Japan in einer schwierigen Lage befand. Im Jahr 1587 hatte der japanische Regent, Hideyoshi, die bisherige Politik plötzlich geändert und begonnen, das Christentum zu unterdrücken. Damals wurden als erste Maßnahme sechsundzwanzig Priester und Gläubige in Nishizaka bei Nagasaki zum Flammentod verurteilt, und man vertrieb viele Christen aus ihren Häusern, folterte und ermordete sie auf grausame Weise. Auch Hideyoshis Nachfolger, der Shōgun Tokugawa Ieyasu, verfolgte die gleiche Politik. So ließ er 1614 alle christlichen Geistlichen ins Ausland verbannen.
Den Berichten der Missionare zufolge, trieb man am 6. und 7. Oktober dieses Jahres über siebzig Priester, unter denen sich auch Japaner befanden, in Kibachi in Kyūshū zusammen, pferchte sie in fünf Dschunken und verbannte sie ins Exil nach Macau und Manila. Dies geschah an einem Regentag. Grau stürmte das Meer, als sich die durchnässten Schiffe den Weg aus der Bucht bahnten und jenseits des Vorgebirges am Horizont verschwanden.

Homepage zum Film: HIER
Trailer: HIER

Für alle, die sich dieses Buch lieber anhören wollen: Das Hörbuch SILENCE in im Hörbuch-Verlag Finch & Zebra erschienen und hier erhältlich: Amazon

Werdet ihr euch den Film ansehen oder das Buch lesen?

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