Gastbeitrag – Grundlagen der Fotografie

Vielen Dank an Sabrina Isabelle vom Blog http://blog.sabrina-isabella.de/ für diesen Gastbeitrag zum Thema „Grundlagen der Fotografie„. Ich hoffe sehr, dass er für alle verständlich ist und ihr das eine oder andere für euch und eure Bilder mitnehmen könnt.

Wenn es um Fotografie geht, gibt es natürliche viele verschiedene Dinge die man beachten muss. Während meiner Ausbildung zum Foto-und Medientechniker habe ich es gelernt, den Blick auch auf die Dinge zu legen, die sich in meiner Kamera und nicht nur vor ihr abspielen.
Aber dazu nachher mehr. Um ein Bild ansprechend zu gestalten kommt es nicht nur aufs zu fotografierende Objekt an. Wenn man ein paar kleine Dinge beachtet kann ein schönes, interessantes Bild entstehen. Fangen wir mit dem Bildausschnitt an. Durch die Kamera sieht natürlich das ganze etwas anders aus als mit bloßem Auge. Versucht wenn möglich durch den Sucher zu arbeiten. Wenn ihr Gebäude fotografieren wollt oder einen Ausschnitt von ihnen, achtet darauf das die Linien der Gebäude in den Ecken eures Bildes enden. Das ganze wirkt dann aufgeräumter und man bekommt nicht den Eindruck das noch etwas fehlen könnte.
eckverlauf   _O2A2705Auch der goldenen Schnitt hilft Bilder ansprechend und harmonisch zu gestalten. Den goldenen Schnitt findet man nicht nur in der Fotografie sondern auch in der Natur oder Architektur. Er entspricht dem Verhältnis von dem kleinen zum großen Teil und von dem großen Teil zur Gesamtstrecke. Um das ganze mal in Zahlen auszudrücken: Die kleine Strecke entspricht ca. 38% und die größere restliche aus ca. 62%. Ungefähr so müsst ihr euch den goldenen Schnitt angewendet vorstellen in Bezug auf Strecken.

 

Drittelregel   drittelregel2Der goldene Schnitt kann in der Fotografie ganz einfach angewandt werden. Die Fokuspunkte unserer Kamera geben schon ein Raster vor. Sie sind in drei Bereiche eingeteilt, 2 grössere rechts und links und ein kleinerer in der Mitte. Dieses Raster entspricht der Drittelregel die nur gering vom goldenen Schnitt abweicht.
Ebenso wichtig für ein Bild ist die Linienführung. Diagonalen im Bild werden als spannend empfunden. Verläuft eine Diagonale von links unten nach rechts oben wird sie als steigend empfunden. Von rechts oben nach links unten als fallend. Auch Diagonalen kann man daher als gestalterisches Mittel einsetzten. Das Auge versucht ständig bekannte Formen. Das kann man sich zur Nutze machen. Drei Enten die Nebeneinander im Wasser schwimmen, können zu einem Dreieck ergänzt werden. Zur Linienführung gehört auch die Blick und Bewegungsrichtung. Wenn man einen Menschen fotografiert der nicht in die Kamera blickt sondern in die Umgebung sollte man an dem Rand mehr Freiraum lassen in die er sieht. so folgt der Blick des Betrachters dem Blick des Fotografiertem. Ebenso verhält es sich beim fotografieren einer Bewegung. Ein fahrendes Auto sollte in Fahrtrichtung mehr Abstand zum Bildrand haben als zu dem aus welcher Richtung es kommt. Anderenfalls erhält der Betrachter sonst das Gefühl das Auto würde gegen etwas fahren.

bewegungsrichtungBlickrichtungAuf diesen zwei Bildern zeigen die Pfeile jeweils die Richtung an, in die mehr Platz gelassen werden soll. Auf den unteren beiden Bildern erkennt man wie man mit der Bilddiagonalen und Geometrischen Formen arbeiten kann. Beim rechten der beiden erkennt man das der Goldene Schnitt bzw. die Drittel Regel genauso auch in Querformaten angewendet werden kann.
diagonalen    dreieck

Dies waren jetzt ein paar Grundlagen die sich vor der Kamera abspielen. Ein paar wichtige Dinge für die Gestaltung spielen sich aber auch in der Kamera ab. Blende, ISO und Belichtungszeit sind Dinge mit denen man sich beschäftigen muss sobald man sich Gedanken darüber macht ansprechendere Bilder zu machen. Jeder der dem Automatikmodus entfliehen möchte muss sich damit beschäftigen. Die Blende ist für die Tiefenschärfe und Helligkeit im Bild verantwortlich, also in wie weit ein Bild scharf ist. Die Blende ist die Öffnung im Objektiv und beeinflusst wie viel Licht auf den Sensor kommt. Das bedeutet je weiter geöffnet, desto mehr Licht gelangt in die Kamera und umso heller ist das Bild. Mit geschlossener Blendenöffnung (wenig Licht) wird bei der Kamera und am Objektiv mit einer großen Zahl dargestellt z.B. f/8, f/11 oder f/22. Eine weit geöffnete Blende (Also viel Licht das durch kommt) ist z.b. f/1.4, f/1.8 und f/2.8. Die Blende sorgt auch für die Unschärfe im Bild. je kleiner die Zahl ist, also umso grösser die Öffnung desto unschärfer wird ein Bild. Daher sollte man bei Wahl der Blende drauf achten was fotografiert wird. Eine Menschengruppe sollte man daher nicht mit offener Blende (also kleiner Zahl) fotografieren. Eine einzelne Person kann aber wenn auf die Scharf gestellt wird durch eine kleine Blendenzahl schön vom Untergrund getrennt werden. Dieser wird unscharf und lässt die Person mehr hervortreten.

blende2-8-neu blende5-6Als nächstes gibt es noch die ISO, diese beeinflusst die Lichtempfindlichkeit unserer Kamerasensors. Somit kann man mit ihr ein Bild heller machen wenn die Blende und Belichtungszeit nicht verändert werden können. Umso  höher hier die Zahl ist, desto empfindlicher wird der Sensor, also umso heller das Bild. Allerdings bedeutet eine Erhörung des ISO-Wertes gleichzeitig auch eine Zunahme an Rauschen. Das ist eine körniger Störung im Bild die man bei günstigeren Kameramodellen leider schon früher erkennen kann als bei teureren. Die Bildpixel weichen hier in Farbe und Helligkeit von ihren in der Ugebung ab, man bekommt den Eindruck das ein Bild rauscht. Um das zu vermeiden sollte man mit möglichst niedriger ISO-Zahl arbeiten. Bei schlechten Lichtverhältnissen lässt sich Bildrauschen aber nicht immer vermeiden.

   iso100iso400   iso6400Als letztes kommen wir zur Belichtungszeit. Diese regelt wie lange Licht auf unseren Sensor fällt. Sie ist die dritte Möglichkeit die Helligkeit unserer Bildes zu steuern. Je kürzer die Zahl z.B. 1/800s oder 1/200s desto weniger Licht gelangt auf den Sensor. Verringert man die Zeit 1/80s oder 1/30s fällt länger Licht auf den Sensor. Die kürzeren Belichtungszeiten werden durch einen Bruch dargestellt die längeren mit Gänsefüßchen. So bedeutet 5“ = 5 Sekunden Belichtungszeit, also 5 Sekunden in denen Licht auf den Sensor fällt. Ab einer gewissen Belichtungszeit kann man Bilder nicht mehr aus der Hand aufnehmen, man muss daher zum Stativ greifen (meistens so um 1/100 Sekunde) Auch bei bewegten Bildern, also von Tieren und Menschen sollte das Fotografieren mit langer Belichtungszeit vermieden werden. Da lebende Objekte nicht so lange unbewegt in einer Position verharren können. Natürlich kann man auch Bewegungsunschärfe als Stilmittel einsetzten. Mit langen Belichtungszeiten kann beispielsweise ein Flusslauf surreal dargestellt werden weil das Wasser ganz weich wirkt oder Bewegungen können verdeutlicht werden wie z.B. ein Winken mit der Hand.belichtungszeitbelichtungszeit2

Nun heißt es viel Spaß beim Üben und Ausprobieren, eure Sabrina Isabella.
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