Meine Liebeserklärung an das Selfpublishing

Hallo meine Lieben,
dieser Beitrag ist meine Liebeserklärung an das Selfpublishing. Der eine oder andere von euch wird nun sicherlich ungläubig den Kopf schütteln, wenn er meinen letzten Beitrag gelesen hat.
Ich habe nicht innerhalb kürzester Zeit meine Meinung geändert, denn Selfpublishing ist und bleibt Fluch und Segen zugleich. Entscheidend ist doch nur, was man daraus macht. Was dem einen ein Fluch Nachteil ist, muss es für den nächsten nicht auch sein.

In diesem Beitrag möchte ich euch erzählen, weshalb ich der Meinung bin, dass ich mit dem Weg des Selfpublishings den richtigen einschlage und ein anderer für mich eigentlich nicht in Frage kommt.

Warum gerade Selfpublishing?

Für mich ist der Selbstverlag der ideale Weg mein Buchbaby auf die Welt zu bringen, weil es mir unendlich viele Möglichkeiten bietet und Freiheiten lässt, die ich in einem Verlag nicht hätte.
Ich sage nicht, dass ein Verlag für mich überhaupt nicht in Frage kommt, sondern nur, dass ich es mir momentan nicht vorstellen kann. Ein Verlag bietet einem Autor viele Vorteile, aber damit auch einige Nachteile und letztere überwiegen für mich nun einmal. Dennoch schließe ich diese Option nicht vollkommen für mich aus.

Vorteil des Selbstverlags

Der größte Vorteil für mich ist, dass ich in meinem eigenen Tempo arbeiten kann und mir außer meinen Lesern niemand im Nacken sitzt. In manchen Situationen ist Zeitdruck vielleicht hilfreich, doch beim Schreiben ist er kontraproduktiv und führt zu Fehlern. Fehler die man nicht macht, wenn man sich die nötige Zeit zum Arbeiten nimmt.
Außerdem funkt mir niemand dazwischen. Niemand sagt, dass ich ein Kapitel löschen muss oder durch ein anderes ersetzen soll. Ich kann meine Geschichte so schreiben, wie sie in mir heranwächst und aus mir herausplatzt. Ich bin einfach unglaublich schlecht darin, mich von Dingen zu trennen, die mir wichtig sind. Man sagt zwar nicht umsonst „kill your Darlings“, aber muss das wirklich um jeden Preis sein?
Kompromisse schließen sollte man können, dafür aber gleich ein ganzes Kapitel oder eine liebgewohnene Szene killen? Nicht mit mir, dass kann ich einfach nicht.
Beim Selfpublishing muss ich das auch gar nicht, denn niemand kann mich dazu zwingen. Natürlich werde ich solche Entscheidungen ein wenig von meinen Testlesern abhängig machen, denn sie sind der Schlüssel zu einem guten Buch. Wenn sie sagen, dass muss geändert werden, fühlt sich das für mich wie ein Vorschlag an und nicht wie ein muss.

Nachteile des Selbstverlags

Nachteile gibt es natürlich auch einige und diese sollte man nicht unterschätzen. Jedes gute Buch sollte ein Lektorat genießen, was im Normalfall sehr viel Geld kostet. Veröffentlicht man in einem Verlag, dann trägt dieser die Kosten, doch als Selfpublisher trägt man sie selbst.
Es gibt jedoch einige Möglichkeiten ein Buch auch ohne ein professionelles Lektorat zu veröffentlichen. Doch dieser Weg erfordert sehr viel Zeit, Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin und Können. Um es ohne Lektorat zu schaffen, muss man selbst fit in Rechtschreibung und Grammatik sein, Kommasetzung beherrschen oder wissen, wo man kompetente Hilfe bekommt.
Ein Cover kann auch nicht jeder von uns aus dem Ärmel schütteln, deshalb benötige ich auch hier Hilfe. Aber ich investiere lieber ordentlich Geld in mein Buch und habe am Ende eines, auf das ich wirklich stolz sein kann. Ich schreibe für mich, meine Leser und um zu Veröffentlichen und nicht um mich für einen Verlag zu verbiegen.

Eine Liebeserklärung an das Selfpublishing

Selfpublishing – einmal damit angefangen kann man nicht wieder damit aufhören. Ich finde man ist viel näher an seinen Lesern dran, denn man kann sie von Anfang an mit in den Entstehungsprozess einbeziehen. Man lernt außerdem eine Menge toller Leute kennen und ist nicht allein.
Selfpublisher halten zusammen und unterstützen sich, wo es nur geht. Niemand wird ratlos zurückgelassen und niemand muss diesen Weg alleine gehen. Es gibt immer jemanden, der dazu bereit ist, dir zu helfen, wenn es irgendwo brennt. Ich schätze diese Gemeinschaft und möchte sie nicht mehr missen.

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6 comments

  1. FashionqueensDiary says:

    Interessanter Beitrag. Aktuell befindet sich mein erstes Buch in der Endphase…über den Verlag. Ich bin ein wenig zwiespalten. Einige „Fehler“ wären mir selbst eventuell nicht aufgefallen, dafür habe ich in Kauf genommen, meine Geschichte inhaltlich zu verändern… so toll die Hilfe vom Verlag auch ist und ich mega happy über das Cover von denen bin…sollte es jemals ein zweites Buch geben, wird diese NICHT über den Verlag laufen…inhaltlich hab ich zu vieles ändern müssen, aber Vertrag ist Vertrag…hinterher ist man immer schlauer ?

    • Jean Parker says:

      Das ist wirklich schwierig. Auf der einen Seite hat das Veröffentlichen über einen Verlag Vorteile, die das Selfpublishing nicht bietet, doch es gibt auch ein paar Punkte an denen man Abstriche machen muss…
      Der Punkt den du ansprichst, dass du inhaltlich viel ändern musst ist einer der Punkt, die eine Veröffentlichung über einen Verlag von vornherein ausschließt, weil ich der festen Überzeugung bin, dass es dann nicht mehr „meine“ Geschichte ist, die ich erzähle…
      Allerdings glaube ich auch, dass es eine gute Erfahrung ist einmal bei einem Verlag zu veröffentlichen und man viel daraus lernen kann, was einem später bei weiterem Projekten nur zugute kommt.

        • Jean Parker says:

          Würdest du denn wollen?
          Ich hatte nach meinem ersten Blut geleckt und konnte es einfach nicht mehr lassen. Es ist zu einer Sucht geworden, was an sich vielleicht nicht allzu schlimm wäre, wenn ich mich nicht immer so schlecht fühlen würde, wenn ich mal keine Zeit dazu habe…
          Darf ich fragen, was für ein Buch du geschrieben hast und wann es erscheinen wird?

          • FashionqueensDiary says:

            Blut geleckt habe ich in der Tat auch. Ob es ein zweites geben wird? Noch keine Ahnung, ich mag die Reaktionen zum ersten abwarten wollen und dann entscheiden. Laut Verlag wird es jetzt im April veröffentlicht, das genaue Datum kenn ich selbst noch nicht…
            Es geht ganz grob um eine fashion begeisterte Journalistin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den nächsten Bestseller zu schreiben ? sobald ich mehr bekannt geben darf, wird es natürlich Infos auf meinem Blog geben!

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