Prokrastination – wenn die Aufschieberitis zum Problem wird Teil 1

Hallo meine Lieben,
ihr werdet alle sicherlich schon einmal von der Prokrastination, oder Aufschieberitis gehört haben. Wer davon betroffen ist, wird mir sicherlich zustimmen, dass es wirklich unangenehm ist und einem irgendwann ziemlich in Bedrängnis bringen kann. Vor allem dann, wenn der Abgabetermin immer näher rückt.

Prokrastination? Was ist das eigentlich?

Jemand der zu erledigende Aufgaben vor sich herschiebt, bis der Abgabetermin in greifbare Nähe rückt, prokrastiniert oder schiebt auf.
Jeder von uns weiß, dass man anfallende Aufgaben am besten sofort erledigt, doch wer macht das wirklich. Mal Hand aufs Herz, macht ihr das? Auch dann, wenn die Aufgabe unglaublich langweilig oder unangenehm ist?
Viele Menschen kämpfen mit ihrer Aufschieberitis und empfinden sie als unangenehm, doch die wenigsten versuchen dieses Problem aus der Welt zu schaffen, stattdessen schieben sie es immer weiter vor sich her. Es gibt aber ein paar Dinge ihr tun könnt, um der Prokrastination den Kampf anzusagen.

10 Tipps, um der Prokrastination den Kampf anzusagen

Mit diesem 10 Tipps könnt ihr eurem ärgsten Feind den Kampf ansagen. Probiert sie am besten alle aus und schaut, welche davon für euch am besten funktionieren.

#1 Prioritäten setzen

Wahrscheinlich stapeln sich die zu erledigenden Aufgaben und ihr wisst nicht, womit ihr anfangen sollt. Meist ist dies der Beginn der Prokrastination, denn ihr seid gelähmt von der Fülle der Aufgaben, weil ihr nicht wisst, womit ihr anfangen sollt.
Also heißt es Prioritäten setzen und die wichtigsten Aufgaben zu erst erledigen, danach könnt ihr euch dann den anderen widmen. Es ist wichtig, dass ihr erkennen lernt, was eine wichtige Aufgabe ausmacht. Dann habt ihr schon einmal eine wichtige Schlacht gegen die Aufschieberitis gewonnen.

#2 Timer stellen

Es gibt Aufgaben, die verlangen deine volle Aufmerksamkeit und fressen überdies noch eine Menge Zeit, dass ist vollkommen normal und manchmal nicht zu ändern.
Häufig ist es aber so, dass wir uns so sehr an einer Aufgabe festbeißen und nicht wissen, wann Schluss ist. Wir wollen das alles perfekt ist und können nicht aufhören, bis dies geschafft ist. Dabei ist Quantität manchmal besser als Qualität.
Um zu verhindern, dass ihr zu lange an der Aufgabe knabbert, solltet ihr euch einen Timer stellen. Dazu müsst ihr euch Gedanken darüber machen, wie viel Zeit diese Aufgabe in Anspruch nehmen wird.
Nehmen wir einmal an, ihr braucht eine Stunde, um das Badezimmer zu putzen. Stellt euch einen Wecker, der nach einer Stunde klingelt und beginnt damit das Bad zu putzen. Klingelt der Wecker, solltet ihr im besten Fall damit fertig sein, wenn nicht, dann brecht die Aufgabe ab. Mit der Zeit werdet ihr ein Gefühl dafür bekommen, wie viel Zeit ihr für das Erledigen der Aufgaben benötigt und schafft mehr, als ohne den Timer-Trick, denn Quantität ist manchmal eben besser als Qualität.

#3 Belohne dich selbst

Schon kleine Kinder soll man loben, wenn sie etwas gut gemacht haben oder eine Aufgabe erledigt haben, die man ihnen aufgetragen hat. Wieso solltest du das bei dir nicht auch so machen?
Jeder wird gerne gelobt, deshalb solltet ihr euch immer mal wieder selbst belohnen. Geht doch mal ins Kino, weil ihr eine besonders große Aufgabe gemeistert habt. Oder unternehmt etwas, dass ihr sonst nur sehr selten macht. Wenn man sich während der Pflicht auf diese Belohnung freuen kann, arbeitet man nicht nur schneller, sondern auch effizienter und mit mehr Freude. Außerdem schiebt ihr die Erledigung nicht mehr vor euch her, weil ihr die Belohnung haben wollt.

#4 Ziele setzen und aufschreiben

Oft verliert man den Überblick, wenn viele Aufgaben darauf warten erledigt zu werden. Denn oft sich Aufgaben dabei, die wichtiger sind als andere und dementsprechend eher erledigt werden müssen.
Am besten schreibt ihr euch auf, was noch zu erledigen ist und sortiert diese Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit und der Deadline. Durch das Aufschreiben werdet ihr keine Aufgaben mehr vergessen und geratet so nicht mehr in Zeitnot.
Außerdem solltet ihr euch eine Deadline setzen. Gerade bei unangenehmen Aufgaben kann das nützlich sein, um sie nicht ewig zu schieben.
Hängt eure Liste an möglichst vielen Orten auf. So könnt ihr sie nicht übersehen oder verdrängen, weil sie überall präsent ist.

#5 Aufgaben abgeben

Ihr müsst nicht alles alleine machen, sondern könnt Aufgaben abgeben. Es ist wichtig, dass ihr euch aneignet Aufgaben abgeben zu können und so den Druck der auf euch lastet zu minimieren.
Wer in einer Partnerschaft lebt, kann ein paar der anstehenden Pflichten an den Partner oder ein anderes Familienmitglied abgeben. Durch Arbeitsteilung schafft ihr mehr und seid entspannter, was weniger Stress für alle bedeutet.
Diejenigen unter euch die Schreiben, werden ihre Prioritäten auf das Buch legen müssen, also sollten sie den Einkauf delegieren, denn den kann auch jemand anders machen. Das Buch muss fertig werden, also hat es eine höhere Priorität.

#6 Unangenehme Aufgaben zu erst

Einige Aufgaben sind ziemlich unangenehm, deshalb werden diese meistens bis auf den letzten Drücker verschoben. Damit solltet ihr aufhören und stattdessen diese als allererstes erledigen. Ihr werdet schnell merken, dass ihr danach viel befreiter seid und mehr Energie in die folgenden Aufgaben investieren könnt.
Das beste Beispiel hierfür ist die Steuererklärung. Niemand macht sie gern, aber wenn ihr sie zuerst erledigt, habt ihr viel mehr Zeit für andere Dinge und müsst nicht mehr darüber nachdenken.

#7 Früher aufstehen

Mir fällt dieser Punkt besonders schwer. Aber ich habe festgestellt, dass ich mehr schaffe, wenn ich um 5°°Uhr aufstehe und am Abend dafür früher schlafen gehe. Deshalb möchte ich meinen Rhythmus gerne in diese Richtung verändern.
Jeder schläft gerne oder bleibt morgens gerne nochmal zehn Minuten liegen, aber ändert das mal. Probiert einfach mal aus früher aufzustehen und schon eine der kleineren Aufgaben zu erledigen.

#8 elektronische Geräte ausschalten

Wenn du eine Aufgabe erledigst, solltest du alle elektronischen Geräte ausschalten, die du nicht benötigst, um diese Aufgabe zu erledigen.
Das Handy auf stumm, besser ganz ausschalten spart unglaublich viel Zeit. Glaubt ihr nicht? Dann macht jedes Mal einen Strich auf ein Blatt Papier, wenn ihr das Handy anseht oder in die Hand nehmt. Ihr werdet erstaunt sein, wie oft das passiert. Ist das Handy aus, gibt es keinen Grund mehr es in die Hand zu nehmen, was zur Folge hat, dass ihr schneller mit eurer Aufgabe fertig seid.

#9 Pausen machen

Der Mensch ist nicht dafür gemacht sich stundenlang zu konzentrieren, deshalb solltet ihr euch regelmäßig eine Pause gönnen und etwas vollkommen anderes machen, um wieder Kraft zu tanken.
Dein Gehirn wird es dir danken, vor allem wenn ihr eure Pause an der frischen Luft verbringt. Denn Sauerstoff macht euch schnell wieder fit zum Weiterarbeiten.

#10 Verzeiht euch

Ärgert euch bitte nicht zu sehr darüber, wenn ihr nicht alles schafft, was ihr euch vorgenommen hattet. Verzeiht es euch und genießt euren Feierabend, morgen ist auch noch ein Tag.
Es bringt niemandem etwas, wenn ihr euch Vorwürfe macht. Also lernt es hinzunehmen und das Beste daraus zu machen.

Je mehr Tipps ihr beherzigt, umso eher werdet ihr der Prokrastination die Stirn bieten können. Sie lassen sich alle wunderbar miteinander verbinden und im Alltag einbinden, sodass ihr damit keine Probleme haben solltet. Habt ihr vielleicht noch Tipps? Wie bekämpft ihr den Drang, Aufgaben vor euch herzuschieben?

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8 comments

  1. Nora Veith says:

    Wenn ich lernen müsste, putze ich und wenn ich putzen muß, sortiere ich meine Papiere, wenn ich Papiere sortieren muß, wasche ich mein Auto usw:D #7 würde einiges erleichtern, #6 hab ich schon oft versucht und mich dabei selbst betrogen. Ich denke Prioritäten setzen und die Aufgaben zeitlich wirklich exakt zu definieren, ist sehr hilfreich. Lustig dass es das fuer dieses Phänomen einen Fachbegriff gibt

    • Jean Parker says:

      Es ist erstaunlich, wie viele Menschen anfangen zu putzen, wenn sie eigentlich andere Aufgaben zu erledigen haben.
      #7 Habe ich schon oft probiert, aber da ich ausgesprochen schlecht schlafe momentan funktioniert das noch nicht so gut. #6… da geht es mir wie dir, aber daran arbeite ich, denn kleinere Erfolgserlebnisse haben gezeigt, dass es wirklich etwas bringt, allerdings nur, wenn man es nicht jeden Tag so handhabt, sondern sich auch mal eine Auszeit von dieser Maßnahme gönnt…
      Das mit den Belohnung hilft sehr finde ich, allerdings wird das für mich auf Dauer ziemlich teuer werden… Aber wat mut, dat mut. 😉

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