Sind Kinder wirklich ein Segen?

portrait-317041.jpgBitte versteh mich nicht falsch, ich liebe meine Tochter über alles, aber manchmal machen einem Kinder das Leben nur noch schwerer, als es ohnehin schon ist.

Ich bin damals während meiner Ausbildung zur Anlagenmechanikerin für SHK-Technik schwanger geworden und habe daraufhin meine Lehrzeit bis zum Ende des Mutterschutzes unterbrochen. Anschließend habe ich meine Ausbildung beendet.
Seitdem bin ich zuhause, weil mein Lehrherr mich leider aufgrund der Betriebsgröße und der Tatsache, dass einfach zu wenig Arbeit für zwei Gesellen und ein Meister anfällt nicht übernehmen. Ich weiß, dass ich nicht wegen meiner Tochter nicht übernommen wurde.
Lange Rede, kurzer Sinn, ich bin seit zwei Jahren arbeitslos und finde einfach nichts. Das Suchen in meinem erlernten Beruf habe ich mittlerweile aufgegeben, da ich in diesem Beruf ohnehin keine Chance auf eine Anstellung habe. Dafür bin ich einfach zu lange raus und konnte bevor ich in die Arbeitslosigkeit rutschte keine Erfahrungen als Gesellin sammeln. Außerdem fehlt mir der Führerschein, der in meinem Beruf unerlässlich ist.
Also was macht Frau? Sie schaut sich anderweitig um, wenn da nur nicht das Kind wäre. Was die Betreuung der Kleinen betrifft gibt es absolut keine Probleme, weil sie bei meinen Eltern unterkommt, wenn ich arbeiten gehe. Doch finde mal etwas…
Gestern habe ich mich auf eine Vollzeitstelle an einer Tankstelle beworben, heute der Anruf und augenblicklich war mein Elan und vor allem die Lust auf diese Stelle verschwunden. Es kam wie es kommen musste, wir kamen auf meine Tochter zu sprechen. Kaum hatte der Herr am anderen Ende des Hörrohres von meiner Tochter erfahren, war die Freude über einen Bewerber wie fort geblasen und die üblichen Aussagen folgten: Eingewöhnung in den Kindergarten nächstes Jahr, Kind könnte krank werden, muss betreut werden, andere Probleme könnten eintreten…
Wieso sagt der nicht einfach, dass er eine Mutter nicht einstellen will? WIESO SAGT ER DAS NICHT EINFACH!? Er meinte er würde sich mit seiner Kollegin besprechen und sich dann wieder melden. Allerdings bezweifle ich, dass ich nochmal von ihm hören werde…
Mich macht das unglaublich traurig und wütend… Ich möchte arbeiten, aber man lässt mich nicht, dass Kind scheint für den potentiellen Chef ein Störfaktor zu sein… kid-1241817
Da frag ich mich echt, in was für einem Land leben wir eigentlich? Die Menschen, aus Syrien, dem Iran und von sonstwo kommen her, weil sie überspitzt gesagt glauben das Geld wächst auf Bäumen (das meine ich jetzt überhaupt nicht böse, sondern ich übertreibe bewusst an dieser Stelle) und sie hätten hier die Chance auf ein gutes Leben. Natürlich weiß ich, dass es uns im Vergleich zu anderen Ländern gut geht, doch wie ist die bittere Wahrheit? Mütter bekommen keine Arbeit, weil sie Kinder haben, dabei schreien doch immer alle, dass wir mehr Kinder bekommen sollen. Da frage ich mich, wieso sollte ich noch ein Kind in die Welt setzen, wenn ich nicht einmal für das erste sorgen kann.
Vom Amt leben will ich nicht, habe ich nie gewollt und will es jetzt auch nicht mehr, auch wenn ich es momentan muss. Alle meine bisherigen Bemühungen sind an der Hürde Kind gescheitert… Aber ich werde die Hoffnung nicht aufgeben irgendwann einen Chef zu finden, der ein Kind nicht als Klotz am Bein empfindet und mir eine Chance gibt.

Nichtsdestotrotz liebe ich meine kleine Maus und bin froh sie zu haben, denn sie ist das Beste was mir in meinem Leben bisher passiert ist. Hast du sowas auch schon erlebt und hast vielleicht den einen oder anderen Tipp für mich?

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2 comments

  1. Sebastian Breuer says:

    Absolut verständlich, dass du wütend oder traurig darüber bist, dass du offenbar keine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommst – Aber das bringt ein Kind nunmal – wohl oder übel – mit sich. Glücklicherweise kann ich mich da mit meiner Frau arrangieren.

    Was ich leider nicht ganz verstehe ist die Passage mit den Flüchtlingen. In wie weit hat das mit dem Ärger um Kind und Job zu tun?

    • Jean Parker says:

      Es sollte eigentlich auch für alleinerziehende Mütter möglich sein einen Job zu finden, denn bleibt man als Mutter zu Hause schreit gleich jeder wir würden uns auf den Leistungen des Staats ausruhen.
      Die Passage mit den Flüchtlingen sollte eigentlich das Bild der anderen Länder über uns wiederspiegeln, wo man glaubt, dass in Deutschland jeder ein gutes Leben führt, die Realität da allerdings ganz anders aussieht. Es sollte absolut keinen Angriff darstellen.

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