Vanessa Carduie

12646925_227375987601758_8305834563857552691_oVanessa Carduie erblickte an einem grauen Herbstmorgen 1988 in Dresden das Licht der Welt. Geschichten faszinierten sie von klein auf und bald folgten die ersten eigenen Erzählungen. Mittlerweile hat sie einen Masterabschluss in Biologie und einige ihrer Geschichten fertig gestellt. Derzeit arbeitet sie an dem dritten Teil ihrer Urban-Fantasy-Serie (Wolfblues). Ihre Geschichten sind eine Mischung aus Liebesroman, Krimi und Fantasy, je nachdem, an welchem Projekt sie gerade arbeitet. Mit ihren Büchern möchte sie ihre Leserinnen und Leser zum Lachen, Weinen und manchmal auch zum Nachdenken bringen. Dafür beschreitet sie auch gern ungewöhnliche Wege.

 

Unter welchem Namen schreibst du?
Vanessa Carduie

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Wahrscheinlich durch die Schule. Ich habe Geschichten schon immer geliebt und bei Aufsätzen und Co konnte ich meine kreative Ader rauslassen. Mit meiner Buchsucht intensivierte sich das Ganze natürlich noch. Wer schreiben will, muss eben auch viel lesen

3. Seid wann schreibst du ernsthaft, also mit dem Gedanken zu veröffentlichen?
Lustiges Kriterium. Für mich habe ich ernstahft vor 10 Jahren mit dem Schreiben meines ersten „richtigen“ Buches angefangen. Der Gedanke, zu veröffentlichen wurde dann letztes Jahr umgesetzt. Ich bin in der Hinsicht immer etwas schüchtern. Man wird gern mit so blöden Fragen/Aussagen bombardiert, wenn man erzählt, dass man schreibt. Außerdem ist es ein großer Schritt, seine „Babys“ in die böse raue Welt zu entlassen.

Warum schreibst du?
Weil ich muss Sonst platze ich irgendwann oder meine Protas treiben mich in den Wahnsinn. Ich möchte Geschichten erzählen, von nicht ganz so normalen Leuten, der Liebe, Herausforderungen und Problemen. Schreiben ist für mich auch ein Ventil. Dadurch verarbeite ich bestimmte Dinge und spreche auch gern das ein oder andere vielleicht unangenehme Thema an. Vielleicht nicht plakativ, aber einen gewissen Sinn, eine kleine Botschaft haben alle meine Bücher.

In welchen Genres bist du unterwegs.
Schwierige Frage. Ich sage immer, dass ich Liebesromane mit diversen Einflüssen schreibe. Derzeit ist es für die Schattenseiten-Trilogie Urban Fantasy. Bei meiner allerersten Geschichte ist es Krimi, bei meinem Märchen für Erwachsene mal historisch und erotisch. Was mich eben gerade packt. Ein Jugendbuch ist auch noch geplant, was ja überhaupt nicht in die bisherigen Werke passt ^^ Ich erfinde mich gewissermaßen bei jedem Projekt neu und das finde ich gut so.

Woher nimmst du deine Ideen?
Ich nehme sie nicht, sie kommen zu mir. Mal, wenn ich in der Stadt unterwegs bin, Leute beobachte (klingt Stalkermäßig, ist aber wichtig), mich mit anderen unterhalte, beim Lesen und gern kurz vorm Schlafen gehen.

Wobei kannst du am besten entspannen?
In der Natur oder beim Baden. Gern auch bei einem guten Buch oder toller Musik. Ab und zu ein bisschen Ruhe und Frieden und ich bin glücklich

Gleichst du mit Hobbies die Schreiberei aus?
Du meinst, weil wir die ganze Zeit nur auf unserem hübschen Hintern sitzen? Ich versuche, einmal in der Woche zum Sport zu gehen. Außerdem arbeite ich meistens noch und schreibe nicht ausschließlich. Ich lese auch sehr gern

Welches Buch war das erste, dass du geschrieben hast?
Gegenspiel, aber das steckt noch in der Überarbeitung. Da ich 10 Jahre dafür gebraucht habe, gibt es natürlich einiges, was ich ausbessern muss. Aber es wird nächstes Jahr das Licht der veröffentlichten Welt erblicken

Arbeitest du an mehreren Projekten gleichzeitig?
Jein. Ich schreibe immer nur an einem Buch, aber zum Beispiel für die Veröffentlichung von „WG mit Biss“ musste ich es ja (mal wieder) korrigieren. Ein bisschen parallel arbeitet man immer. Natürlich kommen mir auch nebenbei neue Ideen, aber die halte ich nur fest und konzentriere mich dann wieder auf mein aktuelles Projekt.

Wie gehst du beim Schreiben vor?
Meist der Reihe nach: Anfang, Mitte, Ende Ich plotte nicht, sondern bin spontan. Natürlich habe ich gewisse Zielpunkte, auf die ich hinarbeite, aber ich lasse meine Protagonisten auch gern machen. Es ist schließlich ihre Geschichte und selbst mit Plot haben sie ihren eigenen Kopf.
Es kommt aber auf die Geschichte an. Wenn ich komplizierte Verstrickungen und bestimmte zeitliche Muster habe, wie z.B. bei Gegenspiel, dann gibt es einen konkreten Plan. Manchmal platzen trotzdem Szenen rein und wollen unbedingt JETZT SOFORT geschrieben werden, obwohl ich eigentlich woanders bin.
Bei meiner aktuellen Serie kommt noch hinzu, dass ich aus der Ich-Perspektive schreibe. Einer meiner Protagonisten wollte einfach nicht so wie ich, von daher hat sich das ganze Kapitel ziemlich schwierig gestaltet und ich arbeitete in der Zwischenzeit mit den weniger zickigen Leuten

Wie motivierst du dich, wenn es mal nicht so gut läuft?
Gute Frage. Wenn es einfach an einer Szene hängt, überspringe ich sie einfach und mache an späterer Stelle weiter. Mir hilft Musik immer zum Schreiben.
Eine Pause und ein Abstand zum Geschriebenen sind auch ab und zu ganz gut. Ein bisschen Lesen kann auch echt motivierend sein. Oder auch die Fragen meiner Leser „Wann es denn endlich weitergeht“, natürlich schön verpackt

Warum Self Publishing/Verlag?
Weil es schwierig ist, einen passenden Verlag zu finden und es sehr lange dauert, bis ein Buch dann tatsächlich erscheint. Verlage haben natürlich auch ihr Gutes, aber ob man einen findet und man dann auch tatsächlich genommen wird, ist eine ganz andere Sache. SP gibt uns Autoren viele Freiheiten aber natürlich auch viele Pflichten, denn wir müssen uns eben um alles selbst kümmern. Das ist wirklich nicht einfach und tausende Stolperfallen warten auf einen. Auf der anderen Seite bin ich wirklich glücklich mit meiner Entscheidung und habe zum Glück viele liebe Kolleginnen/Kollegen, die mich unterstützen und mir mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Es erfordert sehr viel Motivation, Liebe zum geschriebenen Wort, Durchhaltevermögen und auch einiges an Geld, diesen Weg zu gehen und gute Arbeit abzuliefern.

Würdest du diesen Weg wieder wählen oder es vollkommen anders machen?
Ja, aber diesmal würde ich ein paar Stolperfallen auslassen und definitiv nicht mitten in der Nacht übermüdet ein Buch irgendwo einstellen. Der Teufel steckt halt doch im Detail und so ein winziger Haken, den man setzen muss, kann sehr große Auswirkungen haben.

16. Kannst du dir vorstellen, mit einem anderen Autor zusammenzuarbeiten?
Ja, wenn wir gut harmonieren schon, aber das muss ich mir genau überlegen. Kommt auch darauf an, von welcher Art Zusammenarbeit wir hier sprechen. Eine Serie, wo jeder basierend auf dem Plot des anderen schreibt, Ein Buch, wo die Kapitel den jeweiligen Autoren zugeordnet sind oder eine komplette Mischung. Soll ja alles geben

Hast du Angst vor Ideenklau?
Mhm, eigentlich nicht. Irgendwie glaube ich noch ein bisschen an das Gute im Menschen. Obwohl es natürlich einige unrühmliche Mitmenschen gibt, die weder vor Ideenklau noch vor Ebook-Piraterie halt machen. Es ist schwierig, ein Buch zu schreiben, was keine einzige Parallele zu einem bereits existierenden Buch hat, wenn nicht gar unmöglich, zumindest in bestimmten Genres. Doch am Ende zählt ja nicht die Idee, sondern die Umsetzung. Ich habe Vampire und Werwölfe ja nicht erfunden. Wenn man aus einer Grundidee ein eigenes Buch/eine eigene Welt erschaffen kann, was wirklich nur aus einem selbst entstanden ist und die Leser begeistert, ist das okay. Was gar nicht geht, ist absichtliches Kopieren von anderen, weil man es selbst nicht auf die Reihe bekommt.

Was hältst du von eBook-Piraten?
Über würde sie gern über die Planke zu den Haien schicken. Wie wahrscheinlich jede Autorin / jeder Autor. So teuer sind die Bücher ja nun wirklich nicht und wir haben uns den Hintern aufgerissen, um dieses Buch zu schreiben. Von irgendwas müssen wir schließlich auch leben und die Kosten für das Buch kommen noch obendrauf

Könntest du dir vorstellen vom Schreiben zu leben? Würdest du es wollen?
Wollen schon, aber dafür müsste ich sehr, sehr viele Ebooks verkaufen. Schaffen werden es die wenigsten. Aber das hält mich ja nicht vom Schreiben ab. Wenn man regelmäßig Geld auf sein Konto bekommt und damit die laufenden Kosten decken kann, ist das ungemein beruhigend

Dein Buch wird verfilmt, würdest du dir den Streifen ansehen?
Ähm, kommt drauf an, wer es verfilmt hat und wie viel Mitspracherecht ich habe. Würde mich dann verkleidet ins Kino schleichen und ihn mir ansehen. Wenn er gut ist, dann freue ich mich natürlich. Aber Buchumsetzungen sind nicht so einfach.

Was bedeutet Erfolg für dich?
Erfolg ist gut, liebe und ehrliche Menschen um einen herumzuhaben, ist noch besser. Außerdem ist es eh eine sehr subjektive Sache. Für mich als Neuling ist es schon ein großer Erfolg, wenn eine handvoll Leute mein Buch kauft. Für andere ist das zwar toll, aber eben nichts Neues.
Erfolg bemesse ich nicht am Kontostand, sondern daran wie viel positives Feedback ich bekomme. Wenn ich jemanden mit meinem Buch aufheitern oder zum Nachdenken bringen kann, ist das doch auch schon ein Erfolg, oder nicht?

Was versprichst du dir von dem Projekt „Self Publisher – Gemeinsam sind wir stark“?
Mir persönlich hilft es sehr. Denn hier können wir unsere Erfahrungen austauschen, gemeinsame Projekte starten oder einfach nur unseren Frust bei jemandem abladen, der einen verstehen kann. Das ist manchmal echt nötig.

Was würdest du jemanden raten, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Man muss mit dem Herz dabei und sich auch bewusst sein, dass es ein anstrengender und langwieriger Prozess ist. Außerdem ist man immer auf die Hilfe anderer angewiesen und sollte sie auch selbst anbieten. Die Vernetzung mit anderen Schreibenden ist sehr wichtig und man sollte nicht einfach aus einer Sektlaune heraus ein Buch veröffentlichen. Schreiben muss Leidenschaft sein, denn es ist gleichzeitig harte Arbeit, weil man sich und sein Werk immer wieder kritisch hinterfragen muss oder hinterfragt wird. Ohne unsere Testleser, Lektoren, Coverdesigner und all die ganzen anderen Menschen, die an der Entstehung des Buches beteiligt sind, ist das beste Skript nichts wert. Das Feedback von unseren Leserinnen/Lesern ist lebenswichtig und kann daher umso niederschmetternder sein. Darauf muss man sich einstellen. Nicht jede Geschichte, so gut sie auch sein mag, hat das Zeug zum Bestseller. Das ist leider so. Außerdem sollte man sich mit der Branche befassen und nicht auf Bezahlverlage reinfallen.

 

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